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„Ich glaub, ich bin im falschen Film“

Körperübungen zeigen den Entwicklungsstand
Körperübungen zeigen oft den Entwicklungsstand.

Brian (9) kugelt auf die Seite und lacht. Er möchte sich „einigeln“, doch bei jedem Versuch kippt er zur Seite. Beim Kriechen gelingt es ihm noch nicht, Arme und Beine so aufeinander abzustimmen, dass eine fließende Vorwärtsbewegung entsteht. Auch sonst zeigt sich: Die Grundlagen für sichere, koordinierte Bewegung sind noch nicht ausreichend entwickelt.


„Ich glaub, ich bin im falschen Film“, meint er. Und man spürt, dass dieser Satz mehr ist als ein lustiger Kommentar – er ist Ausdruck von Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion.


Koordination ist kein Luxus. Wenn Kinder sich in ihren Bewegungsabläufen sicher fühlen, entsteht etwas sehr Wertvolles: ein Grundvertrauen in den eigenen Körper. Sie sind in sich „zu Hause“. Ich wähle diesen Vergleich, weil viele Fortschritte, die ich in meiner Arbeit sehe, in Bezug zu dieser Grundfähigkeit entstehen. Kinder werden selbstbewusster, finden leichter Anschluss, können sich besser abgrenzen und entwickeln mehr Konzentration und Eigenverantwortung.


Auch schulisches Lernen profitiert davon. Lesen wird entspannter, wenn die Augen einem Text fließend folgen können, statt zwischen Wörtern hin- und herzuspringen. Koordinierte Handbewegung – die Feinmotorik – erleichtert den Schreibprozess deutlich. Dass dies die Motivation erhöht, schriftliche Aufgaben zu erledigen, ist naheliegend.


Der Alltag wird leichter, die Lebensfreude wächst. So lässt sich der Wert neuromotorischer Förderung stark verkürzt beschreiben. Sie ist in jedem Alter möglich – je früher, desto besser. Denn Kinder sollten sich in ihrem eigenen Leben nicht fühlen, als wären sie „im falschen Film“.



 


 
 
 

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